KinderKUndschafter 2014 – Ein Rückblick








Kinder erforschen ihre Stadt!

Entdecken – erforschen – mitteilen: mit diesen Schlagwörtern lässt sich das Programm KiKU – Kinderkundschafter auf spannender Entdeckungsreise in Schwabach“ kurz umreißen.

An drei Tagen erforschten die KinderKUndschafter“ (KiKUs) ihren Stadtteil. Im Laufe des Programms setzten sich die teilnehmenden Kinder immer intensiver mit ihrem Sozialraum auseinander, bis sie am Ende einen speziellen Ort derart medial aufbereitet hatten, dass er auf einem in Internet zugänglichen digitalen Stadtplan (www.kiku-schwabach.de) veröffentlicht werden konnte. Ziel war es mit dem Einsatz multipler neuer Medien aus dem alltäglich wahrgenommenen Lebensort, einen intensiv erforschten Lernort zu entwickeln, der durch die Internetpräsenz nachhaltig abrufbar ist.

Doch wie kann es gelingen Kinder für die Geschichte, die Baukunst, die Naturräume etc. ihrer Stadt zu interessieren? Dazu wurde zum einen die Attraktivität digitaler Medien, wie Smartphones, Mini-Tablet, Fotokameras und GPS-Geräten genutzt. Zum anderen wurde ein dreitägiges Konzept verfolgt, dass darauf aufbaute, die Kinder vom Teilnehmen vorbereiteter Programmpunkte zum selbständigen Gestalten von Lerninhalten hinzuführen.

Am ersten Tag wurden die Kinderkundschafter mit Hilfe von GPS- und QR-Code-Rallyes, sowie Stadterkundungs- und Fotosuchspielen, zu interessanten Orten geführt. Ausgestattet mit GPS-Geräten, Smartphones, Tablets und Stadtteilplänen gingen die KiKUs auf die Suche nach versteckten Botschaften und Wegweisern. Die Rallyes lenkten die Aufmerksamkeit der Kinder auf Orte, die sie bislang als uninteressant oder alltäglich wahrgenommen hatten. Beispielhaft dafür ist eine Rallye die, das Thema Migration in Schwabach über die Jahrhunderte hinweg, aufgreift. Die QR-Code-Rallye wurde eingebunden in die Geschichte des fiktiven Mädchens Samira, das aus einem fernen Land kommt, und erst vor einigen Tagen in Schwabach angekommen ist. Gemeinsam mit Samira entdeckten die KiKUs, dass es bereits vor mehreren Hundert Jahren Migranten und Flüchtlinge gab, die das Stadtbild von Schwabach noch heute prägen: So konnten die Kinder Spuren jüdischen Lebens an Häusern entdecken, aber auch erfahren, warum Muslime in eine Moschee gehen. Im Verlauf der Rallye wurde den Kindern Fragen und Aufgaben gestellt, deren Lösung ihnen Hinweise darüber gaben, wo sich die nächsten QR-Codes versteckten. Andere Rallyes in Naturräumen wurden z.B. in die Geschichte von Eichhörnchen eingebunden, die ein Zuhause suchten. Die fiktiven Identifikationsfiguren dienten als Rahmen der unterschiedlichen Stationen an denen sich die Kinder anhand von Aufgaben und Fragen Bildungsinhalte aneigneten. Dass sie dabei einem Eichhörnchen halfen ein neues Zuhause zu finden, oder den Stadtteil aus der Perspektive eines Flüchtlingskind wahrnahmen, motivierte die Kinder zusätzlich.

Am zweiten Tag konnten die Kinder aus 20 unterschiedlichen Kundschafteraufträgen auswählen. Bei den Kundschafteraufträgen handelte es sich um vorbereitete Bögen, die es den Kindern erleichterten, einen bestimmten Lebensraum systematisch zu untersuchen. Auf jedem Bogen standen 3-5 zu beantwortende Fragen und Aufgaben. So beinhaltete z.B. der Forscherauftrag „Kunst im Stadtteil“ die Fragen: Wo ist das Kunstwerk? Beschreibt die Umgebung! Beschreibt das Kunstwerk! Wie sieht es aus? Wie groß ist es?

Am dritten Tag erstellten die Kinder schließlich aus den Ergebnissen des Vortages einen Beitrag fürs Internet. Für die systematische Dokumentation ihres Lernortes standen ihnen Mini-Tablets, Fotokameras und Audiogeräte zur Verfügung. Wichtig für die Veröffentlichung eines Internetbeitrages, war ein strukturiertes Vorgehen: Bestimmte Daten wir GPS-Codes, Name & Beschreibung des Lernortes, Bilddateien und wahlweise Interviews und / oder Audiobeiträge mussten aufgenommen werden. Vorher mussten die Kinder in die Kulturtechniken des Interviewens und des Verfassens von Berichten, sowie in die Bedienung der technischen Geräte eingeführt werden. Das Erstellen eines Internetbeitrages erforderte Ausdauer und Sorgfalt bei den Kindern und Fingerspitzengefühl des pädagogischen Personals: Wie viel schaffen die Kinder alleine? Wo kommen sie nicht weiter und brauchen Unterstützung? Wo muss ich unterstützend und motivierend Einfluss nehmen? Um die Lern- und Arbeitsumgebung attraktiv und motivierend zu gestalten war eine gute Vorbereitung notwendig: Das Lernumfeld musste den Kindern zum einen Struktur geben (z.B. anhand von vorbereiteten Interviewbögen, Checklisten und kindgerechten Stadtteilplänen) und zum anderen ein selbständiges Arbeiten, z.B. durch zielgruppengerechte Aufbereitung, ermöglichen. Die entstandenen Filme, Fotos, Audiodateien und Textdaten wurden noch am selben Tag auf einen digitalen Kinderstadtplan (www.kiku-schwabach.de) eingespeist. So entwickelte sich der Lebensort Stadtteil in drei Tagen zum Lernort Stadtteil, der dank des digitalen Stadtplanes nachhaltig nicht nur den KiKUs, sondern allen Kindern Schwabachs zur Verfügung steht.

Auf diese Weise erforschten die KiKUs in 20 Tagen sieben verschiedene Stadtteile der Stadt Schwabach.

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